Tipps aus dem Ayurveda bei Erkältungen

Kaum naht das Ende des Sommers, kommt auch schon die Erkältungszeit. Hier einige wirkungsvolle Tipps aus dem Ayurveda geben, um mit Deiner Erkältung fertig zu werden und Dein Immunsystem zu stärken.

1. Gurgeln mit Salzwasser

Gerade bei Halsschmerzen zu empfehlen: Dreimal täglich mit einer lauwarmen physiologischen Kochsalzlösung (0,9% NaCl) gurgeln. Das sind 9 g Kochsalz auf 1 L Wasser. Hier würde ich auch ein hochwertiges Salz, wie beispielsweise Steinsalz oder Himalayasalz empfehlen.

2.  Nasenspülung mit Salzwasser

Auch als Jalta Neti bekannt, das Durchspülen der Nase mit Salzwasser mithilfe eines Nasenkännchens. Auch hier wird eine physiologische Kochsalzlösung verwendet. Je nachdem, wie verstopft Deine Nase ist, ist das etwas schwierig, aber probier’s in jedem Fall aus. Auch hier dreimal täglich. Jalta Neti gehört übrigens zu den Shatkarmas, den sechs Reinigungstechniken.

3. Einreiben mit Öl

Nach der Nasenspülung kannst Du deine Nasenschleimhäute mit etwas (gereiftem) Sesamöl einreiben. Das sollte bei akuten Beschwerden allerdings ausgelassen werden, da es leicht schleimbildend wirken kann. Gereiftes Sesamöl bekommst Du im Ayurveda Shop. Du kannst es dir aber auch selber herstellen, indem du Sesamöl einmalig auf 100 °C erhitzt – einfach einen Löffel Wasser mit ins Öl geben und warten, bis es verdampft, dann ist die Temperatur erreicht. Das Erhitzen hat den Vorteil, dass das Öl u.a. besser einzieht. Übrigens auch generell bei Massagen.

4. Schleimlösende Inhalationen

Inhalationen wirken schleimlösend und Du kannst sie ebenfalls dreimal am Tag durchführen. Besonders hilfreich sind hier Ajwain-Samen (Trachyspermum ammi), von denen Du ein bis zwei Esslöffel auf einen Liter kochendes Wasser geben kannst. Ajwain riecht ähnlich wie Thymian und wirkt Vata- sowie Kapha-reduzierend, krampflösend und desinfizierend. Außerdem empfehlenswert ist Kamille!

5. Zungenreinigung

Nicht nur bei Erkältung, sondern eigentlich jeden Morgen darf die Zungenreinigung nicht fehlen. Über Nacht lagern sich häufig Keime und Stoffwechselabfallprodukte auf der Zunge ab, die man gerne mit einem Zungenschaber oder einem großen Löffel entfernen darf. Das entlastet die Entgiftungs- und Verdauungsorgane sowie das Immunsystem, hilft gegen Mundgeruch und intensiviert sogar das Geschmacksempfinden.

6. Vitamin C und Zink

Vitamin C ist besonders wirksam gegen freie Radikale, die unser Immunsystem schwächen. Dadurch hilft es die Erkältungszeit zu verkürzen.

Gute Vitamin C-Liefertanten sind (mg Vitamin C pro 100 g):

  • Acerola: 1.700 mg
  • Hagebutten: 1.250 mg
  • Sanddornbeere: 450 mg
  • Schwarze Johannisbeere: 177 mg
  • Paprika: 120 mg
  • Brokkoli: 115 mg

Auch Zink hat sich als besonders wirksam bei Erkältungen erwiesen. Hier seien Haferflocken, Kürbiskerne und Linsen erwähnt.

7.  Herbe und bittere Gewürze

Wer sich gänzlich nach ayurvedischen Empfehlungen ernähren möchte, verzichtet auf die sauren (Vitamin C-liefernden) Früchte und isst mehr herbe und scharfe Gewürze, die stoffwechselanregend wirken. Hier seien Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Ingwer oder Zimt genannt.

8. Reichlich warm trinken

Gerne dürfen es mindestens zwei Liter warmer Tee am Tag sein. Mit Ingwer oder anderen scharfen Gewürzen hat man auch hier gleich den Ayurveda mit drin. Unbedingt kalte Flüssigkeiten vermeiden, denn das schwächt das Agni, unser inneres Verdauungs – Feuer und damit auch den Stoffwechsel und die Heilung.

9. Pranayama (Yoga-Atemübungen)

Reinigend für die Lunge wirkt vor allem Kapalabhati, die Yoga-Schnellatmung, die auch zu den Shatkarmas, den sechs Reinigungstechniken des Yogas, gehört. Hier sollte es einem aber schon wieder relativ gut gehen, denn Kapalabhati ist auch anstrengend, wenn man entkräftet ist.

Eine ganz wunderbare Übung ist auch Brahmari, das Bienensummen, denn das Vibrieren löst den Schleim in der Lunge. Wer es kennt und kann auch Agni Sara, die feuererweckende Übung.

Ansonsten einfach im Liegen den Atem spüren und bewusst in den Bauch ein- und ausatmen. Entspannt und bringt Energie.

10. Tiefenentspannung und Meditation

Da man ja sowieso viel im Bett liegt, kann man sich mit angeleiteten Tiefentspannung oder Meditationen die Zeit vertreiben und dabei genesen. Sie wirken entspannend, beruhigen den Geist und helfen dem Körper so, sich auf das wichtige zu konzentrieren: Das Heilwerden.

11. Bewegung an der frischen Luft

Wenn Du nicht völlig flach im Bett liegst, dann geh mindestens einmal am Tag für 30 Minuten an die frische Luft. Pack Dich warm ein und lass auch etwas Sonne an dich. Auch Vitamin D ist wichtig für dein Immunsystem. Außerdem bringt die Bewegung Deinen Kreislauf langsam wieder in Schwung.

12. Verwöhne deine Sinne

Räucherstäbchen sind nicht unbedingt das Ideal bei Erkältung. Aber wohlduftende Aromaöle, Salzsteine und angenehme Musik  fördern das Wohlbefinden ungemein Außerdem ist Zeit der Genesung immer die perfekte Zeit, um Bücher zu lesen, die schon lange auf Dich gewartet haben.

Sieh Deine Erkältungszeit einfach als eine Zeit, in der sich Dein Körper reinigen darf und dein Geist etwas mehr zur Ruhe kommt. Also eine Zeit für Dich und sie willkommen heißt. Dein Körper sich reinigen kann auf vielen Ebenen.

Ich wünsche eine Gute Besserung.

Bildquelle: Pixabay

 

Facebook Kommentar